RV Rhenania Germersheim

Rudern ist Freiheit in der Natur

RV Rhenania Germersheim
RV Rhenania Germersheim

Bericht Donauwanderfahrt

Informationen zur Strecke:

Datum von nach Übernachtung km Besonderheiten
21.08. -------------- -------------- ------------------- --- 18 Uhr am Bootshaus zum Abriggern und Verladen der Boote
22.08. Germersheim Wien Jugendherberge Aufriggern der Boote
23.08. Wien Bratislava Hotel in Bratislava 69 1x Schleuse in Nussdorf oder Umtragen an Schleuse Freudenau
24.08. Bratislava Gabcikovo Hotel in Gapcikovo 49 2x Schleuse bzw. 1x umtragen
25.08. Gabcikovo Komarom Hotel in Komarom 49
26.08. Komarom Esztergom Hotel in Esztergom 49 evtl. noch 15 km mehr, damit sich Schlussetappe verkürzt
27.08. Esztergom Budapest Ruderverein 79 Stadtdurchfahrt mit dem Ruderboot
28.08. Budapest Ruderverein Sightseeingtour Budapest
29.08. Budapest Wien Jugendherberge Sightseeingtour Wien
30.08. Wien Germersheim Rückfahrt und aufriggern der Boote



Donauwanderfahrt von Wien nach Budapest 2015

Am Freitag den 21. August 2015 war es endlich soweit! Die Reise nach Wien konnte für Carola, Lena, Karolina und Ann-Sophie beginnen. Gemeinsam sind wir Freitagabends um 19:00 Uhr von Stuttgart nach Wien geflogen.

Am nächsten Morgen um 5:00 Uhr starteten dann auch die Jungs und Männer ihre Reise nach Wien. Wir vier Mädels nutzten die freie Zeit und das gute  Wetter zum Sightseeing. Der Stephansdom, die Spanische Hofreitschule, die imposante Hofburg, die Peterskirche und noch viele weitere schöne Attraktionen standen auf dem Plan. Um die Mittagszeit mussten wir uns stärken und nahmen Kurs auf das Gelände rund um das Rathaus. Dort waren viele Essenstände aus verschiedenen Ländern aufgebaut. Es war für jede von uns etwas dabei. Gegen 17:00Uhr hatten auch endlich die Männer ihre Etappe geschafft und Wien erreicht. Am Abend sind wir alle gemeinsam typisch österreichisch Essen gegangen.

Am nächsten Tag, an dem Stuntman Christian schon in aller Früh seine Fähigkeiten am rutschigen Steg in Wien unter Beweis stellte, machten sich die drei Boote auf den Weg zur Schleuse, welche in den Donaukanal führte und somit unsere Wanderfahrt offiziell eröffnete. Die erste Etappe verlief zwar ohne Schwierigkeiten, das positive Bild wurde jedoch vom Landdienst getrübt, welcher es nicht geschafft hatte, bis zur Mittagspause das dringend nötige, kühle Bier zu besorgen. Nach der Mittagspause ging es dann gestärkt von der legendären Dosenwurst und Jürgens Broten und Streuselkuchen erholt weiter. Die letzten 35 km waren somit kein Problem und uns erwartete das schöne Bratislava in der Abendsonne. Dort angekommen ging es rasch in die Stadt zum Abendessen. Der Abend fand einen entspannten Abschluss beim Vereinsbus, wo es genug Essig für alle gab.

Nach einer kurzen Nacht und reichlich Essig konnte die zweite Etappe endlich starten und wir begannen unsere Tour nach Gabčíkovo, welche unter anderem über den dortigen Stausee führen sollte. Obwohl alle gut gerüstet waren, wurden die Boote Rolf und ADI auf dem See vom Unglück ereilt. Starker Wind war aufgekommen und lies die Wellen immer höher schlagen. Aufgrund der starken Strömung wurden sie trotz heldenhaftem Einsatz der Mannschaften nacheinander ans Ufer getrieben. Das ADI überstand das Malheur glücklicherweise ohne Schaden, was vermutlich der Erfahrung der beiden Leichtmatrosen Simon und Lena im Kentern zu verdanken war, der Dreier Rolf allerdings wurde beim Versuch der Mannschaft, diesen am Ufer zu bergen, stark beschädigt. Sichtlich gezeichnet von diesem Unglück entschlossen wir uns dazu, die Boote auf den Hänger zu laden und die Fahrt am nächsten Tag planmäßig fortzuführen. Mithilfe des legendären Panzer-Tapes war dies letztendlich auch möglich.

Nachdem am Abend des Vortages das beschädigte Boot notdürftig geflickt worden war, begannen wir dienstags mit der Etappe Nr. 3, welche uns zunächst noch auf der alten Donau von Gabčíkovo nach Komárom/Komárno führte. Die Fahrt startete wie gewohnt in aller Früh und das Wetter wurde anfangs vom einsetzenden Regen getrübt jedoch besserte sich diese schon nach der ersten Kilometern auf dem Hauptstrom wieder. Die Tour verging wie im Flug und wir konnten planmäßig in Komárom, wo wir auch übernachteten.               

Die 4. Etappe von Komárom nach Esztergom startete mit wunderschönem Wetter und Müsli zum Frühstück. Was bei der ersten Pause Kai, Jens, Andreas und die anderen auf die Idee brachte Wolfgang, Christoph, Ann-Sophie und Lena nicht ganz freiwillig zu „taufen“. Leider hatte eine Wespe beschlossen das zu rächen und bohrte sich in Jens Fuß. Etwas geschwächt ging es nun weiter zur Mittagspause, bei der dann Jens durch Simon ausgewechselt wurde. Trotzdem ging es mit guter Laune weiter, die sich besonders im Party-Boot zeigte. Was die anderen Boote neidisch machte und die Mannschaft des ADI (Carola, Kai, Wolfgang, Hartmut & Lena) zu Höchstleistungen auflaufen ließ. Aufgrund des guten Wetters konnte noch zur Erfrischung aus dem Boot gesprungen werden. In Esztergom angekommen, konnten wir abends einen wunderschönen Sonnenuntergang beobachten, ein bisschen die Stadt bewundern und zu Abend essen.

Donnerstags, ein weiterer Tag zum Träumen, hatten wir bei unserer 5. Etappe, die von Esztergom nach Budapest ging. Anfangs ein Tag wie zuvor. Tolles Wetter, tolle Stimmung, schöne Landschaft. Zumindest für die Ruderer, der Landdienst musste nämlich ganz schön schwitzen, aufgrund des dichten Verkehrs und den engen Straßen in Budapest. Nach der Mittagspause erblickten wir zuerst das gigantische Parlamentsgebäude. Jedoch nicht genug, wir bekamen monströse Brücken zu Gesicht. Eine schöner als die Andere. Viele einladend schöne Gebäude auf beiden Seiten der Donau. Darunter z.B. die Matthiaskirche oder der Alexander Palast. Nach dem Anlegen durften wir uns auch gleich dem Verkehr widmen, um zum Ruderverein Külker zu kommen, bei dem wir nächtigten. Den Abend ließen wir mit schmackhaftem Essen und schönem kühlem Bier an der Strandbar ausklingen.

Die Sightseeingtour am nächsten Tag durch Budapest begann zunächst mit einer Kletterpartie hoch zum Burgpalast, woraufhin wir den Berg wieder zur Donau hinabstiegen. Nachdem wir das Ufer und somit den Stadtteil von Buda zu Pest gewechselt hatten, machten wir uns auf den Weg zur Markthalle, in der wir unser Mittagessen zu uns nahmen und unsere Wasservorräte auffüllten, die in der Mittagshitze schnell zur Neige gingen. Danach trennten wir uns in zwei Gruppen auf, die eine machte sich auf den Weg Richtung Rathaus, die andere versuchte den Wurstladen „Salamibolt“ ausfindig zu machen. Man wurde zwar fündig, aber das Geschäft hatte nach seinem Umzug in ein neues Gebäude noch nicht wieder geöffnet, dafür genoss man aber das Eis von gegenüber. Nachdem sich alle am Rathaus wieder zusammengefunden hatten, machten wir uns auf den Weg zum Abendessen, worauf hin wir, nach Einbruch der Dunkelheit, an die Donau gingen, um noch einige Bilder mit der Lichterbrücke zu machen. Der Abend fand dann ein gelungenes Ende nach einigen sommerlichen Getränken an der Strandbar in der Nähe des Rudervereins und noch etwas Essig am Steg.

Ein ereignisreicher Tag in Budapest war zu Ende gegangen und die Heimreise stand leider wieder auf dem Plan. Doch zuerst hieß es Abschied nehmen von unseren vier Wanderruderkameradinnen, denn sie flogen direkt von Budapest nach Stuttgart, während die Männer, mit PKW, Anhänger und Bus, erstmal nach Wien fuhren, um von dort, am darauffolgenden Tag die Boote sicher nach Germersheim zu transportieren. So fuhren wir früh am Morgen los, nachdem wir uns von Karolina, Lena, Ann-Sophie und Carola verabschiedet hatten. Die Fahrt verlief reibungslos, nach zwei kurzen Rastpausen waren wir innerhalb weniger Stunden in Wien angekommen. Wir übernachteten wieder in der Jugendherberge Wien – Brigittenau und als wir die Zimmer bezogen hatten, stand uns noch der gesamte Nachmittag und Abend in Wien zur Verfügung. Mit der Tram ging es also gleich ins Zentrum der Stadt. Am Stephansdom teilten wir uns in zwei Gruppen auf und besichtigten die Stadt getrennt, beschlossen aber uns gegen 19 Uhr am Augustinerkeller wieder zu treffen. Zu unserer Überraschung war gerade an diesem Tag die Wiener „Summer Street Parade“, sodass auf den Straßen Wiens ein kleiner Umzug mit Musik und Feierlaune unterwegs war. Die Besichtigung dieser außergewöhnlichen, historischen und kulturellen Stadt endete wie erwähnt im Augustinerkeller, einer schönen urigen Gaststätte, in der es natürlich die feinsten österreichischen Spezialitäten gab, wie das echte „Wiener Schnitzel“. Nachdem wir uns dort von dem anstrengenden Tag gestärkt hatten, fuhren wir mit der Tram in Richtung unserer Jugendherberge zurück, machten aber noch einmal einen Halt, in einer Kneipe, ganz in der Nähe unserer Herberge. Hier wurden noch einmal die Erinnerungen der letzten Woche wach, alte Erfahrungen ausgetauscht, Weisheiten an die jüngere Generation weitergegeben, oder einfach nur das Tanzbein mit der Wirtin geschwungen (stimmt’s Christian? ;)). Obwohl bei dem ein oder anderen der Heimweg nicht mehr ganz rund verlief, haben doch alle wieder, spät in der Nacht, den Weg zurück ins Bett gefunden. Somit hatten wir einen tollen, gemeinsamen Tag in Wien hinter uns gebracht, jedoch noch eine viel zu kurze Nacht vor uns, denn um vier morgens hieß es schon wieder „Uffstehe!“. Die Fahrt ging reibungslos von Wien nach Germersheim und nachdem die Boote im Bootshaus gesäubert und aufgeriggert wurden, endete eine wunderschöne Woche mit vielen schönen Erinnerungen.

2017 - RVR Germersheim